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Vorwort
1. Einleitung
2. Einführendes Beispiel
3. Wahrscheinlichkeitsverteilungen
4. Monte Carlo Simulation
5. Prämienkalkulation für überspartliche Versicherungsprodukte
Abkürzungsverzeichnis
Register/ Stichworte
Nachdem wir im vorigen Kapitel anhand eines einführenden Beispiels
die
grundlegenden Ideen der quantitativen Risikoanalyse
kennengelernt haben, wollen wir
in diesem Kapitel das Handwerkszeug – Wahrscheinlichkeitsverteilungen
und
statistische Kenngrößen – zur Verfügung
stellen. Dem Untertitel dieses Buches folgend
werden wir uns dabei auf Verteilungen beschränken,
die im Versicherungsumfeld von
Interesse sind.
Grundlage einer jeden statistischen Untersuchung
sind Daten. In der
Versicherungsindustrie kann man dabei grob Bestands-
und Schadendaten
unterscheiden. Da wir hier aber zunächst die Methoden der quantitativen
Risikoanalyse
vorstellen wollen, die versuchen, aus den Erfahrungen der Vergangenheit
relevante
Informationen für die Zukunft zu generieren, konzentrieren wir
uns im folgenden auf
Schadendaten. Dabei werden uns im Laufe dieses Kapitels
500 Einzelschadendaten
begleiten, die in den Jahren 1994 bis 2000 eingetreten sind. Diese sind
von uns frei
erfunden, könnten aber so oder ähnlich auch in der Realität
aufgetreten sein. Die
Währung ist – wie im gesamten Buch – Euro.
Zur Vereinfachung nehmen wir an, daß unsere Schadendaten
bereits vollständig
abgewickelt sind. Das bedeutet, daß keine unbekannten Spätschäden
mehr aus dem
Portefeuille erwachsen und die angegebenen Schadenaufwände
der einzelnen Schäden
identisch mit dem tatsächlichen Schadenendstand
sind. Sicherlich ist diese Annahme in
lang abwickelnden Sparten wie z.B. der Allgemeinen
Haftpflichtversicherung nicht
richtig. Wir werden jedoch im Kapitel 5.5 erläutern, wie man in
einem solchen Fall zu
verfahren hat. Für kurz abwickelnde Sparten (z.B. Feuerversicherung)
ist die obige
Annahme jedoch im allgemeinen vertretbar.
Wir gehen weiterhin davon aus, daß die Schadenaufwände
bereits geeignet indiziert
sind. Hätte beispielsweise ein Feuerschaden aus
dem Jahr 1994 tatsächlich € 18.000
gekostet, so würde der gleiche Schaden – falls er im Jahr
2000 eintritt – aufgrund von
Inflationseffekten und gestiegenen Kosten vielleicht
€ 30.000 kosten. Solche
Steigerungen in den Schadenaufwänden kann man
durch geeignete Indizes abbilden, die
regelmäßig vom statistischen Bundesamt –
aber auch von großen
Rückversicherungsunternehmen – veröffentlicht
werden. Finden wir also nun in
unserem Datenhaushalt einen Schaden aus dem Jahr 1994
mit einem Schadenaufwand
von € 30.000, so bedeutet dies, daß dieser Schaden
im Jahre 2000 einen
Schadenaufwand von € 30.000 produzieren würde.
Im Jahr 1994 lag der
Schadenaufwand wahrscheinlich in der Größenordnung
von € 20.000.
Selbstverständlich steht der gesamte Datenhaushalt mit 500 Einzelschäden
auf der Web-
Seite www.riskmind.com zum Herunterladen zur Verfügung.
Der Vollständigkeit halber
drucken wir die Einzelschadeninformationen auf den
folgenden Seiten aber auch noch
einmal ab. Dabei wurden diese zuerst nach Schadenjahr
und dann nach
Schadenaufwand sortiert. [...]