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Vorwort
1. Einleitung
2. Einführendes Beispiel
3. Wahrscheinlichkeitsverteilungen
4. Monte Carlo Simulation
5. Prämienkalkulation für überspartliche Versicherungsprodukte
Abkürzungsverzeichnis
Register/ Stichworte
Im Zusammenhang mit einem holistischen Risiko Managment Ansatz
werden meistens
im gleichen Atemzug auch sogenannte Multiline / Multiyear –
Lösungen (MLMY)
genannt. Bei solchen Lösungen geht es darum, daß die Risiken
nicht mehr einzeln,
sondern gebündelt bzw. kombiniert betrachtet werden. Die Risikomanager
von
Unternehmen und die Produktentwickler im Versicherungsmarkt
haben schon relativ
früh erkannt, daß in derartigen Produkt-Bündelungen
bzw. –Kombinationen
Diversifikations- und Ausgleichseffekte stecken, die
es optimal auszunutzen gilt. Die
Entwicklung von spartenübergreifenden Produkten
ist jedoch – insbesondere in einem
traditionell gewachsenen Versicherungsunternehmen –
kein leichtes Unterfangen. Die
Hauptaufgabe eines Produktmanagers im MLMY-Bereich
ist eher die eines Vermittlers
und Koordinators zwischen den einzelnen Sparteninteressen. Doch dazu
mehr im
weiteren Verlauf dieses Kapitels. Zunächst wollen wir uns den einzelnen
Entwicklungsstufen von überspartlichen Versicherungsprodukten zuwenden.
Dies ist
notwendig, um unser Monte Carlo Simulations-Modell
für die Prämienberechnung
solcher Produkte besser verstehen zu können.
Die klassische Form eines MLMY Programms beinhaltet
mehrere Spartenprogramme,
die über mehrere Jahre gedeckt werden. Die bisher einzeln versicherten
Spartenprogramme werden also in ein sog. MLMY
Programm integriert. Die folgenden
Grafiken zeigen die Gegenüberstellung von einzelnen Spartenprogrammen
(Bild 5.1)
und einem klassischen MLMY Programm (Bild 5.2).

Bild 5.1: Klassische Spartenprogramme

Bild 5.2: Klassisches MLMY Programm
Wir sprechen also nur über die Bündelung
von traditionellen Sparten bzw. einer
Integration von traditionellen Sparten in eine MLMY
Lösung.
Als weitere Ausbaustufe könnte man nun die Integration von bisher
im
Versicherungsmarkt nicht abgedeckten Risiken
(z.B. Wechselkurs- und
Zinsänderungsrisiken) in Erwägung ziehen. Versicherungslösungen,
die neben den
klassischen Spartenprogrammen auch solche Risiken
beinhalten, werden als Integrierte
Programme bezeichnet.
Eine weitere Entwicklungsstufe geht sogar soweit, daß auch bisher
überhaupt nicht
transferierbare Risiken, also solche, die weder durch
Versicherungs-, noch durch
Finanzmarktprodukte gedeckt werden können (unternehmerische
Risiken),
miteinbezogen werden. Diese Lösungen bezeichnen wir als Integrierte
Programme der
2. Generation.
In dem hier vorgestellten Prämienkalkulationsprogramm
für überspartliche
Versicherungsprodukte befassen wir uns ausschließlich
mit einer möglichen
Berechnungsmethode für ein klassisches MLMY
Programm. Die Integration von bisher
im Versicherungsmarkt nicht abgedeckten oder bislang
überhaupt nicht transferierbaren
Risiken ist als eine interessante Erweiterungsmöglichkeit
anzusehen, die jedoch den
Rahmen dieses Buches bei weitem sprengen würde (siehe auch unter
Punkt 5.12). [...]